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Kulturring Schöppingen

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04.07.2005 - Das Vechtebad kochte

Mighty Sam hat offensichtlich einen besonderen Draht zum Himmel: mit seinen inbrünstigen Gebeten schaffte er es, den Regen, der just zu Beginn seines Auftritts auf dem 14. Schöppinger Blues-Festival einsetzen wollte, zu verscheuchen und anderswo niedergehen zu lassen. Der Mann aus Lousiana mit der charismatischen Stimme zelebrierte den Soul in einer Weise, dass man sich in einem amerikanischen Gospelgottesdienst wähnte. Zwischen salbungsvollen God bless you-Einlassungen gab es zum Glück reichlich gut tanzbaren Groove, den das Publikum begierig aufnahm und in swingende Bewegung umsetzte. Zuvor hatte schon die Coen Wolters Band aus den Niederlanden für eine lockere und entspannte Atmosphäre gesorgt, wenn auch die geforderte Sangesfreudigkeit um die frühe Stunde beim Publikum noch nicht so groß war. Die hatte zu Beginn Daniela Panteleit von der Blue George Band bewiesen, die mit ihrer souligen Stimme den eher jazzigen Sound der Kölner Band komplettierte. Absoluter Top-Act des Abends war unbestritten Roger Chapman and the Shortlist. Chapman, der 1989 schon einmal in Schöppingen zu Gast war, hielt sich nicht lange mit Vorreden auf, sondern rockte sofort l os. Erst einmal lieferte er sich einen Schwertkampf mit dem Mikrofonständer its fucking useless!, kam aber im Laufe seiner fast zweistündigen rasanten Show doch noch auf den Nutzen dieses Gerätes zurück. Neben rockigen Nummern wie These boots are made for walking und natürlich dem Knüller Shadow on the wall, der das Vechtebad zum Kochen brachte, fehlten auch nicht die sanfteren Töne wie das Bob Dylan gewidmete Stück Nobody sang the blues like that oder die Gospel Ballade im Ethnostil Take me down to that promised Land. Ebenbürtig zu Chapmans Stimmakrobatik waren die Shortlists mit gitarristischen Höchstleistungen, Drive in den Drums und gefühlvollem Sax. Nachdem Mighty Sam McClain so erfolgreich den Regen vertrieben hatte, war es an Mick Pini, den Abend zu beschließen. Die kleiner werdende Bluesgemeinde rückte vor der Bühne zusammen, um den wie Selbstgesprächen anmutenden Songs zu lauschen, die Pini mit sanfter Stimme und schroffen Gitarrenriffs zum Besten gab. Extra aus Liverpool als Ersatz für die Monaco Blues Band eingeflogen, hatte die dreiköpfige Formation auch Rockiges zu bieten, wenn nämlich Drummer Jimmy Carl Black ins Mikro röhrte und die Post abgehen ließ. So war für jeden was dabei und viele waren sich einig: nächstes Jahr, gleicher Ort, gleicher Event.Heide Bertram

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