Kulturring Schöppingen

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24.06.2007 - Blues von zart bis beinhart

Schöppingen. Wechselhaft. So war nicht nur das Wetter beim 16. Bluesfestival am Samstagabend auf dem Freigelände am Vechtebad. Als wahrlich wechselhaft im positivsten Sinne lässt sich auch das Spiel der sechs Acts des Festivals bezeichnen.

Vom harten, druckhaften Spiel eines Eric Sardinas über den archetypischen Blues der niederländischen Twelve Bar Blues Band bis hin zum extrem introvertierten Blues eines Marc Ford. Bereits zum 16. Mal hat der Kulturring in Arbeitsgemeinschaft mit dem Motorradclub „Friends of the Road“ und gut 50 freiwilligen Helfern das weit über die Grenzen des Münsterlandes hinaus bekannte Festival auf die Beine gestellt. Das Line-up dieses Festivals zeugte einmal mehr von dem Geschick der Organisatoren. Den Auftakt machten die Niederländer von der Twelve Bar Blues Band mit reinrassigem Blues. Kurzerhand textete Lead-Sänger J.J. Sharp von „The Blues has got me“ (Titel des aktuellen Albums) zu „The rain has got me“ um. Mit Songs über Liebesschmerz gepaart mit virtuosen Gitarrensoli an der Slide-Gitarre von Lead-Gitarrist Kees Dusik und feinstem Harmonika-Spiel von J.J. Sharp brachten sie das zunächst noch eher spärliche Publikum auf Touren. Mit seiner tiefen, kehligen Stimmte, wahrscheinlich geformt von Whiskey und Zigaretten, bot Leadsänger J.J. Sharp ganz klassischen Blues.

Wesentlich reduzierter, aber nicht minder emotional ging es nach gut anderthalb Stunden mit Marc Ford und seiner Band weiter. Noch bis kurz vor seinem Auftritt bastelte Ford ganz in sich gekehrt im Tourbus an seiner Set-Liste, strich schnell Lieder und setzte neue hinzu. Mit dunkler Sonnenbrille und ganz lässig die Zigarette im Mundwinkel trat der Ausnahmegitarrist dann auf die Bühne. Ganz in die Musik gekehrt, mit wesentlich geringerem Textanteil in den Songs und dem virtuosen Gitarrenspiel im Vordergrund begeisterte Ford das Publikum. Mit härteren Gitarrenriffs, hingenuschelten Textsequenzen und weniger Entertainment zeigte er mit Songs wie „Dirty Girl“ oder „I´m going down“ eine andere Facette der Bluesmusik auf.

Wesentlich Rock´n´Roll-lastiger war dagegen die Musik von Erja Lyytinen mit Band. Schon beim Sound-Check begeisterte die junge Finnin das Publikum. Nur wenige Song-Zeilen weiter klärte sie die Frage „Why a woman plays the Blues“ und zog die Zuschauer in ihren Bann. Mit dem sehr gefälligen, melodischen Sound, einer charmanten Bühnenpräsenz und ihren melancholischen Texten, die durch freundliche Melodien aufgefangen wurden, brachte Erja Lyytinen Stimmung unter die Zuhörer.

Nach kurzem Umbau trat Mick Taylor, Ex-Rolling-Stone und wie Marc Ford ganz kurzfristig als Ersatz für den abgesagten Joe Bonamassa engagiert, auf die Bühne. Mit seiner fünfköpfigen Band zeigte Taylor eine ganz und gar hochkarätige Bluesshow. Mit Songs über „long and loney“ Highways drang Taylor zum Kern der Bluesmusik vor. Mit seinem traurigen, gefühlvollen Gitarrenspiel, das voll von Assoziationen an längst verflossene Liebe war, begeisterte der Musiker.

Beim folgenden Auftritt des Amerikaners Eric Sardinas erlebte das geneigte Blues-Publikum einen weiteren harten Wechsel im Stil. Vom Aufzug des am ganzen Körper tätowierten Mannes mit langer Mähne, Schlaghosen und Lederhut im Südstaatenstil bis hin zum zunächst beinharten Rockn Roll war alles anders als zuvor. Mit seiner Dobro, der Bluestypischen Resonanzgitarre, und seinem harten, fast kreischenden Gesang brachte er eine neue Qualität ans Vechtebad. Klar, dass diese druckhafte, rockige Musik die echten Bluesfans nicht mehr auf ihren klapprigen Campingstühlen hielt.

Abschluss-Act war der Australier Gwyn Ashton. Die Kombination aus rauem Streetblues und swingendem Groove ließ die gut 1 000 Fans aus Schöppingen, aus dem gesamten Bundesgebiet und vielen europäischen Nachbarstaaten bis in die tiefe Nacht rocken.

VON BERND LIESENKÖTTER

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